Kalender | Volkmar Herre: Kalenderedition ›Melodie der Zeit‹
Wenn durch ein kleines Loch Licht in einen dunklen Raum fällt, erscheint auf einer hellen Fläche die Welt von außen als Bild: auf dem Kopf stehend, seitenverkehrt, zweidimensional und mit weichen Konturen – doch in natürlichen Farben und Schattierungen. Leonardo da Vinci beschrieb dieses Schauspiel noch als »göttliches Mysterium«. In der Renaissance erhielt es den Namen Camera obscura – die dunkle Kammer. Aus ihr entwickelte sich später die Fotografie. Bereits früh nutzten Künstler die Lochkamera und ihre Weiterentwicklungen als Hilfsmittel beim Zeichnen und Malen. Bis heute gehört sie zu den ursprünglichsten Formen des fotografischen Sehens. Von MARC PESCHKE


