Bühne | West Side Story
Gefühlvoll, leidenschaftlich und spannend bis zum Schluss: JENNIFER WARZECHA hat die ›West Side Story‹ bei den Ettlinger Schlossfestspielen gesehen.

Gefühlvoll, leidenschaftlich und spannend bis zum Schluss: JENNIFER WARZECHA hat die ›West Side Story‹ bei den Ettlinger Schlossfestspielen gesehen.
»Ich erzähle nicht Orientalisch. Ich erzähle Rafik-Schamisch. Meinen Stil habe ich so aufgebaut. Ich konnte mit Prinzen und Prinzessinnen nichts anfangen, die dauernd in Ohnmacht fallen, wenn sie sich verlieben. Was soll das? Ich erzähle von Damaskus von heute, ich erzähle von Deutschland von heute in der Form der mündlichen Erzählkunst«, erklärte der Schriftsteller Suheil Fadel, der unter seinem Pseudonym Rafik Schami weltweit bekannt geworden ist – als begnadeter Erzähler, virtuoser Vortragskünstler, der den Kontakt zum Publikum liebt, aber auch als leidenschaftlicher Brückenbauer zwischen Orient und Abendland. »1982 ging ich das erste Mal auf Tournee. Bis Ende 2025 hielt ich 2820 Erzählabende. Auf meinen Tourneen reiste ich über 471 000 km. Ich umkreiste also erzählend elfmal die Erde«, so Schami, der am 13. Juli im Literaturhaus München zum letzten Mal auftritt. Von PETER MOHR
Mit Alles endet hier legt der US-amerikanische Autor Dave Zeltserman (Jahrgang 1959) einen Thriller vor, der sich von seinen anderen bisher auf Deutsch erschienenen Romanen vor allem darin unterscheidet, dass man es bei seinem Helden einmal nicht mit einem hartgesottenen Gangster zu tun bekommt. Stattdessen ist Dan Selby ein normaler Mittelstandsbürger, der als Softwareingenieur dabei ist, mit seiner Frau Rachel und einem alten Freund, Warren Costas, ein Start-up-Unternehmen aufzuziehen. Als Costas plötzlich aus dem Trio ausschert und beginnt, alles zu unternehmen, um den gemeinsamen Plan zu ruinieren und die Selbys in den Bankrott zu treiben, sieht Dan bald keine andere Möglichkeit mehr, als einen im Keller einer zwielichtigen Bar residierenden Russen zu bitten, ihm dabei zu helfen, den Ex-Freund loszuwerden. Doch jener Michail Gordijewski ist nicht der, für den er sich ausgibt. Und bald muss Dan Selby einsehen, dass es aus dem Kreislauf von Gewalt, in den er geraten ist, keinen Ausweg mehr gibt. Von DIETMAR JACOBSEN
Die Heimat zu verlassen, bedeutet für Kinder einen tiefgreifenden Verlust von Sicherheit, Identität und Vertrautheit. Es ist nicht nur ein Wohnortwechsel, sondern der abrupte Zusammenbruch ihres bisherigen Lebens: Soziales Umfeld, Freunde, Schule und der gewohnte Alltag verschwinden von einem Tag auf den anderen. Genau dieses Trauma erlebt Mirza. Von ANDREA WANNER
Ein paar Farbstifte und schon kann es losgehen: Wem fällt beim Titel dieses Bilderbuchs nicht ganz spontan Pippi Langstrumpfs berühmtes Credo ein: »Ich mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt«? Selbstbestimmung, Optimismus und die Kraft der eigenen Fantasie sind darin sofort spürbar. Doch in diesem Buch geht es um etwas noch Grundsätzlicheres, findet ANDREA WANNER.
Die Dinge wiederholen sich, sagte Farb.
Immer, sagte Tilman, die Dinge wiederholen sich immer.
Das wundere nicht, sagte Wette.
Auf Dauer müsse das doch langweilen, sagte Farb, unbedingt, keine Frage, lachte, er habe sogar daran gedacht, sagte er, diese sonntäglichen Treffen aus seinen Terminen zu streichen.
Weil sie sich wiederholen, fragte Tilman.
Wie das ausgehen solle, fragte Annika besorgt, man dürfe die Dinge nicht treiben lassen.
Südlich von München, im vom katholischen Barock geprägten bayerischen Voralpenland, findet MARC PESCHKE einzigartige landschaftliche Paradiese: Die Seen, die Berge, es gibt kaum eine großartigere Landschaft in Deutschland. Wir kennen die Gegend gut, doch am Kochelsee waren wir schon lange nicht mehr. Also, auf nach Oberbayern, in den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Das Örtchen Kochel am See (www.kochel.de) hat kaum mehr als 4000 Einwohner, ist staatlich anerkannter Luftkurort und schmiegt sich auf das Schönste an den kleinen See und die Berge. Nach Norden hin liegt Kochel am See schon im flachen Voralpenland, begrenzt von den Loisach-Kochelsee-Mooren.
Ein neuer Trend auf dem ›Internationalen Comic Salon‹ in Erlangen? Bei der Veranstaltung »Comic-Tagebuch« saßen Jennifer Daniel, Janne Marie Dauer und Mawil auf dem Podium. Im Publikum waren etwa zehn Besucher/innen auszumachen, die während des Gesprächs in aufgeschlagene Kladden zeichneten, malten oder etwas einklebten. Wenn es eine neue Bewegung des grafischen Tagebuchführens gibt, blieb jedenfalls unklar, wo sie ihren Anfang genommen hat. In der heutigen Zeit wird ein Tagebuch nicht mehr geheim gehalten, sondern in der Regel im Internet gezeigt. Die Macher überlegen lediglich, ob sie bestimmte, vielleicht zu persönliche Blätter der Öffentlichkeit vorenthalten. »Sind das dann wirklich Tagebücher?«, hat sich ANDREAS ALT gefragt.
Wenn Sie in Bern – ob als Touristin oder Einheimischer – ans Bundeshaus hochblicken, wandern Ihre Gedanken vermutlich entweder zur Politik oder Sie bestaunen die Architektur des Hauses. Dass hoch oben, direkt unterhalb der Kuppel, jedes Jahr Turmfalken brüten, ist wohl nur wenigen bekannt. MARTIN GEISER über das Buch Wildtiere am Haus
Andrea Villanis’ creative journey began in experimental theatre at the age of thirteen, where she developed a fascination with people, expression, and the stories carried by the human body. A background in modern philology deepened her interest in language and its power to shape how we understand ourselves and the world around us.
Today, her work explores the connection between calligraphy and street art. Visitors to the Urban Nation Museum can experience one of those unique dialogues firsthand through her art, which transforms letters and words into powerful and compelling visual narratives. That alone would have made her an intriguing interview partner, but her unusual path from theatre and philology to internationally exhibited urban art gave ANNA NOAH far more than one reason to sit down and talk with her.
Through his channel ›Radically Misinformed‹, James Bentley combines game criticism, cultural analysis, and philosophical reflection in a distinctive video essay format. In conversation with RUDOLF THOMAS INDERST, he discusses the creative freedoms and constraints of YouTube, the evolving landscape of online criticism, and the unique power of video games to foster deeply personal experiences while illuminating broader cultural, political, and social questions.
Die Diagnose ist erschreckend: Die Jugend von heute versinkt in einer Epidemie des Unglücks. Die vermeintliche Rettung verspricht ein eigens entwickeltes Programm namens »Happy Head«. Unter dem dogmatischen Motto »Verantwortung. Wachstum. Dankbarkeit.« werden einhundert Jugendliche zu einem dreizehntägigen Bootcamp eingeladen. Einer von ihnen ist der siebzehnjährige Sebastian Seaton. Auf ihn warten weit mehr düstere Überraschungen, als ihm lieb sein können. Von ANDREA WANNER
»Ich will mit dir zusammen sein, nicht von dir profitieren«, bekennt der männliche Protagonist Victor über seine nicht unkomplizierte Beziehung zur Schauspielerin Dora. Diese beiden Figuren stehen im Mittelpunkt des fünften Romans von Andreas Schäfer. Der 56-jährige Schriftsteller, der nach dem Abitur Germanistik und Religionswissenschaften in Frankfurt, Kassel und Berlin studierte, hatte zuletzt den Roman Die Schuhe meines Vaters (2022) vorgelegt, in dessen Mittelpunkt eine ambivalente Vaterfigur stand. Von PETER MOHR
Neugierig, stolz und voller Tatendrang? Oder doch eher stoisch, ausdauernd und tiefenentspannt? Zwei hinreißende Kinderbücher widmen sich dem Abenteuer Haustier und beweisen, dass die besten Geschichten immer noch das echte Leben schreibt. Von ANDREA WANNER
Mit seinem neuen Gedichtband legt Stefan Heuer ein Buch von existenzieller Wucht vor, ein Langgedicht über Freundschaft, Krankheit und Vergänglichkeit, ein Versuch, dem Sterben sprachlich etwas entgegenzusetzen. Der Band enthält Collagen des Autors, die in Schwarzweiß gehalten sind. Mit diesem Gedicht verlässt der Autor sein bekanntes Format, Texte aus vier jeweils dreizeiligen Strophen zu schreiben. Es liest sich wie eine Montage aus Erinnerungsfetzen und der harten Realität des Sterbens, die hier in sehr eindrucksvollen poetischen Bildern geschildert wird. Den vorliegenden Band bezeichnet Stefan Heuer als sein persönlichstes Buch. Ausgangspunkt ist die reale Begegnung mit einem Schul- und Jugendfreund, den Heuer 2019 nach langer Zeit zufällig wiedersieht. Der Jugendfreund hat gerade eine Krebs-Diagnose erhalten. Sein Arzt prognostiziert ihm eine verbleibende Lebenszeit von drei Monaten. Tatsächlich stirbt er zwei Monate nach dem Treffen. Aus dieser Begebenheit hat Heuer einen poetischen Raum entwickelt, in dem sich biografische Erinnerungsfetzen und existenzielle Grundfragen überlagern. Von HARTWIG MAURITZ
Wie lange das schon anhalte.
Jetzt?
Sicher jetzt.
Nein, Farb, er zähle nicht nach, sagte Wette, aber sie würden einander stets sonntags besuchen, und das seit einigen Jahren.
Martin Oesch, geboren 1992 in Thun, ist Metzger und Comiczeichner. Er ist Mitbegründer der in Bern ansässigen Bio-Metzgerei La Boulette. Für sein Comicdebüt „Fleischeslust“ erhielt er 2023 das Comic-Stipendium der Deutschschweizer Städte. 2025 war er für den Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung nominiert. Im selben Jahr erschien es bei Edition Moderne. Auf dem Comic Salon erhielt er nun den Max-und-Moritz-Preis für das beste deutschsprachige Comic-Debüt. Am Tag vor der Verleihung traf ihn CHRISTIAN NEUBERT für dieses gezeichnete Interview.
Wie schwer ist für einen Comiczeichner oder -autor der Schritt zur Veröffentlichung seines Werks? Dieses Thema zog sich durch etliche Diskussionsrunden beim diesjährigen ›Internationalen Comic Salon‹ in Erlangen. Obwohl das Ansehen der Comics im deutschsprachigen Raum, nicht zuletzt durch die Wirkung der Salons, seit den 1980er-Jahren gestiegen ist, dürfte der Weg zum Künstler, der von seinem Schaffen leben kann, für die Allermeisten noch immer weit sein, wie sich unschwer heraushören ließ. Überraschend war dagegen die Erkenntnis, dass es Comiczeichnern da nicht viel anders ergeht als Literaten, Musikern sowie bildenden oder darstellenden Künstlern. ANDREAS ALT hat den Meinungs- und Erfahrungsaustausch auf dem Salon mitverfolgt.
Roman Turowski, geboren 1967, veröffentlichte seine meist im Horror angesiedelten Comics schon Anfang der 1990er in diversen Magazinen. 1995 brachte er erste Seiten bei Weissblech Comics unter. Seitdem prägt er die Geschicke des Verlag entscheidend mit, sei es als Inker von Levin Kurios Vorzeichnungen oder durch eigene Arbeiten – ein Blick in die Heftreihen Horrorschocker, Bella Star, Captain Berlin oder Kala – Die Urweltamazone genügt. Er lebt glücklich und zufrieden in einer Berliner Rentnerkolonie. Für den Comic Salon 2026 hat er sie verlassen. CHRISTIAN NEUBERT hat ihn dort getroffen.
Von LAN-Partys über Quake III Arena bis zu den Verheißungen künstlicher Intelligenz: Im Gespräch mit RUDOLF THOMAS INDERST erläutert Philosoph Florian Arnold, warum digitale Kulturen religiöse Muster reproduzieren, weshalb Games zu zentralen Orten von Transzendenz- und Sinnsuche geworden sind und wie Game Studies helfen können, die »Götter des Gestells« kritisch zu verstehen.
Edward Jevons hat ein Problem. Er wäre gern genauso reich und gutsituiert wie seine Freunde Robert Pepper und Constanza Thistlewaite. Aber das ist er nicht. Also tut er alles, um es sich mit den beiden nicht zu verderben. Denn weil er heimlich in die von ihren Freunden Stanza genannte junge Frau verliebt ist und von einer gemeinsamen Zukunft mit ihr träumt, kann er es sich nicht leisten, das Duo zu verprellen. Umgekehrt ist das aber leider schon möglich. Denn eines Tages steht Ed vor vollendeten Tatsachen. Robert und Stanza haben ihm verschwiegen, dass zwischen ihnen etwas läuft. Und plötzlich ist sogar von einer Hochzeit die Rede. Aber da haben die zwei Frischverliebten die Rechnung ohne den Mann gemacht, der sich seine Träume nicht so leicht zerstören lässt. Von DIETMAR JACOBSEN
Mehr als ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler isst und trinkt in der Schule weniger, nur um den Gang auf die Schultoilette zu vermeiden. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der ›German Toilet Organization‹ (GTO). Doch die maroden Klos sind längst nicht das einzige Problem an unseren Schulen. Das finden auch Mika, Lilly, Milan und Ibo. Die vier cleveren Grundschulkinder haben endgültig genug vom Sanierungsstau und nehmen die Sache selbst in die Hand. Ein großartiger Ansatz, findet ANDREA WANNER.
Teenagerschwangerschaften sind in Deutschland selten – die Zahlen sinken seit Jahren. Aber es gibt sie. Fiona ist 15, als sie schwanger wird, und 16, bei der Geburt von Pepe. Und plötzlich ist alles anders. Von ANDREA WANNER
Eldins Schulter?
Kein Ende in Sichtweite.
Kann also noch dauern. Scammon?
Hockt achtern in seiner Kajüte über seinen Aufzeichnungen.
Läßt sich nicht blicken?
Läßt sich nicht blicken.
Der Ausguck nickte und ging in den Handstand. Thimbleman ließ einige Minuten verstreichen, bevor er applaudierte. Der Ausguck lächelte, verlagerte seinen Schwerpunkt, hob den linken Arm und stand auf einer Hand.
Sympathiepunkte kann Kasimir erst mal keine sammeln. Nicht, weil er einen Vogel hat, sondern weil er keinen hat. Er ist ein eifriger Planer und kümmert sich rührend – aber nur um sich selbst. ANDREA WANNER war gespannt, wie es weitergeht.
Frieke hasst den Umzug, hasst die neue Wohnung. Aber es gibt etwas, das sie beinahe mit dem erzwungenen Neuanfang versöhnt: Beim Renovieren tauchen unter den alten Tapeten Zeichnungen auf, die sie magisch anziehen. Von ANDREA WANNER
Sie gilt als Chronistin des amerikanischen Alltags. Nun hat die Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Strout die unsentimentale, ruhige Erzählweise ihrer bisherigen Romane aufgebrochen und wagt sich an einen Kriminalfall. Erzähl mir alles, bittet der Anwalt den Mordverdächtigen, der verunsicherte Ehemann seine Frau, die Schriftstellerin ihr Gegenüber. Von INGEBORG JAISER
Nein, absolut nicht, er habe keine Lust, sich damit zu beschäftigen, sagte Farb.
Annika blätterte in ihrem Reisemagazin.
Das sei immer dasselbe, sagte Wette, die realen Verhältnisse bildeten sich auf allen Ebenen ab, man lebe nun einmal in einer Hochleistungsgesellschaft, da fändest du eine schmale Spitze und eine breite Basis, überall, wo du auch hinsiehst, das sei der Lauf der Dinge.
Ob das so einfach sei, fragte Annika.
Sobald du ein zweites Mal hinsiehst, paßt es schon nicht mehr, wandte Tilman ein.
Der Hamburger Schriftsteller Wolfgang Borchert (1921–1947), dem für sein Schaffen nur wenig Zeit vergönnt war, hat seiner Vaterstadt mehrere Gedichte gewidmet, dass er sie auch gemalt hat, war bisher nur ganz wenigen Kennern bekannt. Über seine künstlerische Seite kann man sich jetzt erstmals umfassend in einem Buch mit dem Titel »Er wollte einmal Maler werden – Farbige Bilder und Zeichnungen von Wolfgang Borchert« informieren.
Giuseppe Verdis Oper ›Nabucco‹ wurde 1842 an der Mailänder Scala uraufgeführt. Auch wenn die gesehene Inszenierung 184 Jahre später möglicherweise nicht darauf abzielte, ein politisches Statement abzugeben, waren etwaige Parallelen durchaus erkennbar. Kein Wunder, denn die Oper ist als Kunstform nicht nur politisch relevant, sondern wird auch im Kontext unserer Realität interpretiert. Verdis frühes Meisterwerk wurde am 23.05.26 im Opernsaal der Staatsoper Berlin sowie als Liveübertragung auf dem angrenzenden Bebelplatz für ungefähr 15.000 Menschen mit Fantasie und Intensität auf die Bühne gebracht und hinterließ nicht nur bei Anna Noah einen bleibenden Eindruck.
Es ist bereits sein dritter Fall – und wieder einmal muss Kriminalrat Gustav Heller mit Unterstützung seines Assistenten Adelbert Schrumm alles geben. Denn in Dresden treibt sich im Mai 1883 offensichtlich ein gefährlicher Mörder herum. Noch mehr Angst als vor dem Killer, der es auf die Söhne und Töchter der Reichen abgesehen zu haben scheint, hat die Bevölkerung freilich vor einem aus dem Zoologischen Garten ausgebrochenen Tiger. Dem traut man nämlich nicht zu, zwischen Arm und Reich unterscheiden zu können. Nur ein dubioser Wildtierexperte namens Karl May verspricht lauthals, es mit der »Bestie von Dresden« aufzunehmen. Aber ist May auch tatsächlich der, der er zu sein vorgibt? Von DIETMAR JACOBSEN
Man kann sich Dim Sum wie kleine Geschenke zum Auspacken vorstellen: Der Teig ist die Verpackung und der variantenreiche Inhalt die leckere Überraschung. Beim Blick in dieses Bilderbuch läuft ANDREA WANNER sofort das Wasser im Mund zusammen.
Die Welt der Online-Rollenspiele ist grenzenlos. Eine Virtual Reality, die die reale Umgebung komplett ausblendet, hebt das Gefühl der Echtheit auf eine völlig neue Stufe. Bei dem Spiel, das Gustav zum ersten Mal bei Ruby ausprobiert, kommen zusätzliche Sensoren für Arme und Beine zum Einsatz. Was die beiden in ›Deepworld‹ erleben, ist eine völlig neue Erfahrung. Und beide haben ganz eigene Gründe, so oft wie möglich dorthin zurückzukehren. Von ANDREA WANNER
Körpersprache, lesen wir, sagte Farb, sei eine Form der nonverbalen Kommunikation, die sich in Form von Gestik, Mimik, Körperhaltung, Habitus und anderen bewußten oder unbewußten Äußerungen des menschlichen Körpers ausdrücke, und nein, er sei kein Fußballfan, doch ihn interessiere schon, was Fußball mit Körpersprache zu tun habe.
Ein Modewort, sagte Annika, an den Haaren herbei gezerrte Psychologie, sagte sie, da habe jemand etwas aufgeschnappt und lege es darauf an, sich mit Gelehrsamkeit und Wissen zu schmücken, sei’s drum.
Farb tat sich eine Pflaumenschnitte auf.
Eine Mischung aus Wehmut und Zorn klang aus Peter Zadeks Worten, als er in seinem autobiografischen Band ›Die heißen Jahre‹ konstatierte: »Die 70er Jahre in Deutschland waren ein einmaliger Höhepunkt, sowohl im großen als auch im kleinen Theater: Soviel Begabung auf einmal war schon fast zuviel. Aber ab den 80er Jahren ersetzte auch in Deutschland Geldgier die Kultur.« Dennoch steckte Peter Zadek, der 2005 zusammen mit Tom Stromberg eine Theaterproduktionsfirma mit Sitz im brandenburgischen Streckenthin gründete, bis ins hohe Alter noch voller Tatendrang. Von PETER MOHR
Kann man in einem totalitären Staat glücklich sein, solange es einem an nichts fehlt? Für Tonia lautet die Antwort lange Zeit: Ja! Sie ist eine, die sich an die Regeln hält und das grelle Licht der totalen Überwachung nicht scheut. In Höflers Welt trägt jede und jeder einen Sensor am Arm; jeder Herzschlag wird registriert, jede Bewegung ist gläsern. Es herrscht totale Kontrolle über Menschen, die gelernt haben, diese Unfreiheit als Normalität zu begreifen. Doch was passiert, wenn die Ordnung Risse bekommt? Von ANDREA WANNER
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